Mobilität auf Englisch: 3 Tipps für den Autokauf in Nordamerika

Viele Menschen sehen einem bevorstehenden Autokauf mit etwas Unbehagen entgegen, da das gnadenlose Feilschen beim Händler und die Unsicherheit bei einem so großen Kauf durchaus beunruhigend wirken können – umso mehr, wenn man in einer fremden Sprache und im Ausland ein Auto erwerben möchte. Aber keine Bange: Wir haben für Sie einige wichtige Hinweise und Erläuterungen zusammengetragen, die Ihnen das Navigieren durch den Dschungel der englischen Verkaufsausdrücke und –praktiken erleichtern sollen. Verhandeln auf Englisch ist schließlich kein Hexenwerk; man muss bloß wissen, wie man korrekt kommuniziert.

1. Das Dickicht der englischen Preisbezeichnungen

Bevor Sie zum Händler gehen und ein Auto kaufen, möchten Sie sich vielleicht bereits im Internet über geeignete Fahrzeuge informieren. Hier wird Ihnen vermutlich zum ersten Mal die Abkürzung MRSP über den Weg laufen; dies bedeutet „manufacturer’s suggested retail price“ (unabhängige Preisempfehlung des Produzenten) und bezeichnet den Preis, an dem sich die Autohäuser bei ihrer eigenen Preisgestaltung orientieren sollen. Da aber amerikanische Autohäuser als wirtschaftliche Einheiten unabhängig von den Fahrzeugherstellern agieren, können deren Preise natürlich auch anders, und dabei zumeist höher, ausfallen. Behalten Sie also den MRSP im Kopf, wenn Sie zum Händler gehen.

Auf dem Hof des Händlers ist generell in der Windschutzscheibe der Fahrzeuge entweder der Preis selbst oder ein Infoblatt mit dem Preis angebracht. Diesen bezeichnet man nun als „sticker price“ – den nominellen Verkaufspreis. Ähnlich wie in Deutschland gehen jedoch viele Händler davon aus, dass beim Preis Verhandlungsspielraum besteht; der „sticker price“ ist also keinesfalls bindend.

Eine Möglichkeit, beim „sticker price“ zu sparen, sind sogenannte „incentives“ – finanzielle Anreize für Sie, ein Fahrzeug zu erwerben, zum Beispiel durch zeitlich begrenzte Preissenkungen. Fragen Sie Ihren Händler am besten gleich nach solchen „incentives“, wenn er sie Ihnen nicht sowieso selbst auflistet. Kaufanreize können zum Beispiel beim „trade-in value“, also beim Eintauschwert Ihres alten Fahrzeugs gesetzt werden, oder bei der Größe des „down payment“, also der Anzahlung für ein auf Kredit gekauftes Fahrzeug, was uns gleich zum nächsten Punkt führt.

2. Autokauf auf Amerikanisch: Financing und Leasing

Während es in Deutschland immer noch einigermaßen üblich ist, den Kaufpreis eines Fahrzeuges in bar zu bezahlen und damit sofort Eigentum am gekauften Auto zu erwerben, hat sich in Nordamerika mittlerweise eine Kultur des Leihkaufes eingebürgert. Dabei spielen vor allem „financing“ und „leasing“ eine Rolle.

„Leasing“ ist Ihnen vermutlich auch aus Deutschland bekannt; hier bezahlen Sie für zwei oder drei Jahre lang einen gewissen monatlichen Betrag und bekommen dafür ein Fahrzeug geliehen, das Sie für eine bestimmte Anzahl Kilometer bewegen dürfen. Am Ende der Leasingfrist geben Sie es zurück und zahlen bei übermäßiger Wertminderung des Autos gegebenenfalls noch eine Entschädigungsgebühr. „Financing“ bezeichnet den tatsächlichen Kauf des Fahrzeugs auf Kredit, der Ihnen vom Autohändler oder einer mit dem Händler verbundenen Bank gewährt wird.

Neben dem bereits erwähnten „down payment“, das Sie bereits zu Beginn Ihrer Kreditnehmerschaft zahlen müssen, gibt es die „monthly rates“ oder „monthly payments“, also die monatlichen Zahlungen zur Tilgung Ihres Kredits. Auf diese Raten wird „interest“ (Zins) erhoben und in der Regel fallen „fees“ (Gebühren) seitens des Händlers, der Bank oder beider Parteien an. Können Sie die monatlichen Raten nicht mehr zahlen, tritt die „repossession“ (Zwangsenteignung) des Fahrzeugs ein; auch die genauen Details dieses Vorgangs kann ein Kredit in Amerika regeln.

Achten Sie vor allem beim „financing“ immer darauf, wie groß durch Zinsen und Gebühren am Ende die Summe wird, die Sie an den Händler oder die Bank zahlen; hier besteht meist sehr viel Verhandlungsspielraum für Sie.

3. Englische Autotypenbezeichnungen: viele „false friends“

Bei der Entscheidung, was Sie sich überhaupt für ein Auto zulegen möchten, werden Sie in Nordamerika schnell auf Bezeichnungen stoßen, die Sie grübeln lassen. Möchten Sie beispielsweise eine Familienlimousine erwerben, werden Ihnen unter „limousine“ lediglich überlange, herrschaftliche Chauffeurfahrzeuge gelistet werden.

Das liegt daran, dass die klassische deutsche Limousine in Amerikasedan“ und in England „saloon“ genannt wird. Kleinwagen werden üblicherweise unter der Bezeichnung „subcompact“ geführt – nicht zu verwechseln mit dem deutschen Kombi, der „wagon“ (Amerika) oder „estate car“ (England) heißt. Beliebt vor allem bei Autofahrern in Amerika sind „trucks“; in diesem Fall sind aber keine schweren LWKs gemeint, sondern Pickup-Trucks mit Ladefläche, die auch ohne LKW-Führerschein bewegt werden können.

Ein „minivan“ in Amerika dürfte bereits zu den größeren Vans in Deutschland gehören. Nur die Typenbezeichnung „SUV“ („sport utility vehicle“) deckt sich relativ gut mit dem, was man sich in Europa darunter vorstellt. Daneben gibt es aber noch die Klasse der „CUV“ („crossover utility vehicle“), die sich vom SUV primär darin unterscheidet, dass der SUV meist auf derselben Plattform wie ein Kombi oder Pickup-Truck gebaut wurde und ein CUV auch ein geländegängiger Kleinwagen sein kann.

Wir hoffen, dass wir Ihnen durch die hier vorgestellten Vokabeln und Konzepte Mut geben konnten für Ihren möglicherweise anstehenden Autokauf im englischsprachigen Ausland. Für mehr Tipps zum Verhandeln mit dem Autohändler können Sie des Weiteren diesen Autoblog-Artikel zu Rate ziehen; und falls Sie Interesse an mehr Vokabular-Artikeln haben sollten, verweisen wir Sie gern auf diesen Blogbeitrag. Viel Erfolg beim Autokauf in Amerika – lassen Sie es uns doch in den Kommentaren wissen, falls alles gut geklappt hat.