Hätte, wäre, wenn: die verschiedenen Bedingungssätze im Englischen

Wenn Sie perfektes Englisch beherrschen möchten, müssen Sie viel üben – hierbei handelt es sich um einen Konditional- oder Bedingungssatz. Was uns im Deutschen in grammatikalischer Hinsicht keinerlei Grübeleien bereitet, ist im Englischen nicht ganz so einfach, denn hier existieren verschiedene Formen der „conditional clause“, die sachgemäß benutzt werden wollen. Wir möchten Ihnen im Folgen die 4 Formen dieser speziellen Satzform vorstellen und anhand einiger spezifischer Beispiele erläutern. Im Anschluss finden Sie noch zwei relevante Links zu diesem und einem anderen grammatikalischen Thema. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Lektion – und zögern Sie nicht, bei Fragen oder Anmerkungen die Kommentarfunktion zu benutzen!

Zero Conditional: generell, allgemein, unspezifisch

Mit dem „zero conditional“ bringen Sie Bedingungen zum Ausdruck, die in der Regel ohne spezifischen Kontext als wahr zu gelten haben. Sowohl im Haupt- wie auch im Nebensatz steht die Verbform im Indikativ Präsens.

“If you don’t apply yourself, don’t expect any good results.” („Wenn du dich nicht anstrengst, brauchst du keine guten Ergebnisse zu erwarten.“)

“When you’re feeling down, listen to some calming music.” („Wenn du dich schlecht fühlst, solltest du beruhigende Musik hören.“)

Wie Sie sehen, kann der Bedingungssatz sowohl in der regulären wie auch in der Infinitivform benutzt werden; in der Regel sind die Formen in diesem speziellen Fall beliebig austauschbar, da es sich um allgemeingültige Aussagen handelt.

First Conditional: wahrscheinlich, geplant, intendiert

Das „first conditional“ wird benutzt, um Bedingungen zu beschreiben, deren Eintreten wir für einigermaßen glaubhaft halten. Im Nebensatz wird wieder die Präsensform für das Verb verwendet, doch im Hauptsatz muss die Futurform benutzt werden.

“If we work hard this week, we’ll be able to take it easy next week.” (Wenn wir diese Woche hart arbeiten, können wir nächste Woche entspannen.)

“When I arrive home, we’re going to have a serious conversation about this.” („Wenn ich nach Hause kommt, werden wir ein ernsthaftes Gespräch darüber führen.”)

Die englische Futurform im Hauptsatz kann sowohl mit „will“ also auch mit „going to“ gebildet werden. Sogar das Futur 2 kann zum Einsatz kommen:

“If you live up to age 100, you’ll have outlived the Soviet Union.” („Wenn du 100 Jahre alt wirst, wirst du älter als die Sowjetunion geworden sein.“)

Second Conditional: unwahrscheinlich, unmöglich, fantastisch

Durch das „second conditional“ werden solche Zustände definiert, die eher in unserer Fantasie als in der Realität existieren und deren Beschreibung mehr ein Gedankenspiel als einen Plan oder eine Voraussage darstellt.

“If I had three wishes, I’d get me an island, a hammock and a cocktail.” („Wenn ich drei Wünsche frei hätte, würde ich mir eine Insel, eine Hängematte und einen Coktail besorgen.“)

“If I were a politician, I’d protect the environment and help the poor.” („Wenn ich ein Politiker ware, würde ich die Umwelt schützen und dem Armen helfen.“)

Im Konditionalsatz wird in diesem Fall das Verb in der Präteritumsform gebildet (had, were). Dafür steht im Hauptsatz das Hilfsverb „would“. Achten Sie darauf, „would“ nicht im Konditionalsatz zu benutzen; dies ist ein ein häufiger Fehler von Englischlernern, der für erfahrene Sprecher sehr hölzern klingt. Auch andere englische Hilfsverben als „would“ können im Hauptsatz zum Einsatz kommen:

“If I had a lot of money, I could fly to the moon.” („Wenn ich viel Geld hätte, könnte ich zum Mond fliegen.“)

Third Conditional: vergangen, verflogen, verpasst

Nach den ersten drei Bedingungsformen fehlt uns nur noch die Möglichkeit, in der Vergangenheit erfolgte Handlungen konditional aufzuarbeiten. Hierfür ist das „third conditional“ zuständig. Im Nebensatz wird das Verb mit Plusquamperfekt gebildet und im Hauptsatz im Konjunktiv Perfekt.

“If I had been a better student, I could have gone to a prestigious college.” („Wenn ich ein besserer Schüle gewesen ware, hätte ich auf ein angesehenes College wechseln können.“)

“If you had come up with this idea earlier, you would have become a millionaire.” („Wenn dir diese Idee früher gekommen ware, wärst du ein Millionär geworden.“)

Das „third conditional“ kann außerdem mit einem implizierten Nebensatz stehen:

“I’d take the deal [if I were you].” („Ich würde das Angebot annehmen [wenn ich du wäre.]“)

Entscheidend bei den englischen Konditionalsätzen ist es, stets auf die richtige Zusammenfügung der Zeitformen zu achten und im Konditionalsatz selbst kein „would“ zu benutzen. Wenn Sie sich diese zwei Regeln merken können, sind Sie schon auf dem besten Weg zum sicheren Verhandeln auf Englisch!

Wie Sie sehen, ist auch dieses Kapitel der englischen Grammatik mit ein bisschen Übung durchaus zu meistern. Wenn Sie Interesse an weiteren Ausführungen zu englischer Grammatik haben sollten, werfen Sie doch einen Blick auf diesen Blogeintrag zu den Zeitformen im Englischen. Ausführliche Ausführungen zum Thema Konditionalsätze gibt es darüber hinaus auf Wikipedia; dort finden außerdem weitere hilfreiche Beispielsätze, die das Prinzip der Konditionalsätze noch einmal verständlich illustrieren. Am besten hilft es Ihnen jedoch, wenn Sie Ihr neu erlerntes Wissen in Konversation und Schrift anwenden; suchen Sie sich einen Dialogpartner und plaudern Sie los! So verfestigen sich die Kenntnisse vermutlich am meisten.